Der Personalausweis

Hier finden Sie alles zum Personalausweis. Weiterführende Informationen finden Sie auch auf der rechten Seite.


Funktionen & Vorteile


Kartenleser, Chip & Daten


Kosten, Altersbeschränkungen & defekter Chip


Zertifikate, Berechtigungen & Freigaben

 

 

 


Welche Funktionen enthält der neue Personalausweis?

Neben der Identifikation durch die altbekannte Sichtfunktion wird der neue Personalausweis zusätzlich einen Mikrochip enthalten. Er bietet drei Funktionsarten: Die hoheitliche Biometriefunktion, die Online-Ausweisfunktion und die Unterschriftsfunktion.

Die hoheitlichen biometrischen Informationen dürfen nur von staatlich autorisierten Stellen wie Polizei und Grenzkontrolle ausgelesen werden. Sie umfassen das digitale Lichtbild und optional zwei Fingerabdrücke.

Die Online-Ausweisfunktion bietet Ihnen als Ausweisinhaber nach der PIN-Eingabe die Möglichkeit, ausgewählte persönliche Identitätsdaten sicher und vertrauenswürdig verfügbar zu machen, etwa gegenüber Online-Shops, Verwaltungsportalen oder an Ticket-, Zigaretten- und Spielautomaten. Gleichzeitig ermöglicht diese Funktion auch die pseudonyme Nutzung von Internet-Diensten.

Mit der Unterschriftsfunktion, auch Signaturfunktion hat man zusätzlich die Möglichkeit, Dokumente rechtssicher elektronisch zu signieren.

 


Welche dieser Funktionen sind verpflichtend und welche sind freiwillig?

Die hoheitliche Biometriefunktion mit digitalem Lichtbild ist verpflichtend, d.h. es wird ein digitales Lichtbild auf dem Ausweischip abgelegt sein. Alle weiteren Funktionen, wie die zwei Fingerabdrücke, aber auch die Online-Ausweisfunktion zur sicheren und vertrauenswürdigen Identifizierung im Internet sind optional, verursachen jedoch keine weiteren Kosten. Die Unterschriftsfunktion kann bei Bedarf kostenpflichtig freigeschaltet werden.

 


Können einzelne Funktionen des Ausweises auch nach der Ausgabe noch aktiviert bzw. wieder deaktiviert werden?

Die Deaktivierung bzw. Aktivierung der elektronischen Identitätsfunktion sowie der Unterschriftsfunktion ist jederzeit möglich.

 



Welche Vorteile hat der neue Personalausweis gegenüber dem bisherigen?

Zum einen wird der neue Ausweis nun im praktischen Scheckkartenformat ausgegeben. Zum anderen können Sie mit dem neuen Personalausweis im Internet persönliche Daten übertragen, um sich zu identifizieren. Mit dieser Online-Ausweisfunktion wird  eine sichere und vertrauenswürdigere Kommunikation im Internet möglich. Außerdem ermöglicht der neue Personalausweis auch die Nutzung eines Pseudonyms, um Internet-Dienste ohne die Preisgabe persönlicher Daten zu nutzen.

Der neue Personalausweis ist auch für die Nutzung der qualifizierten elektronischen Signatur vorbereitet, die auch als Unterschriftsfunktion bezeichnet wird. Diese dient dazu, digitale Dokumente zu unterzeichnen, beispielsweise Verträge und Urkunden. Sie ist der persönlichen eigenhändigen Unterschrift rechtlich gleichgestellt und kann zukünftig online kostenpflichtig nachgeladen werden. Mit dem neuen Personalauweis kann man so vieles online schnell und ohne Wartezeiten erledigen

 



Wie hoch ist das Risiko, dass Unternehmen meine Daten per Internet widerrechtlich erfassen?

Ein widerrechtliches Auslesen von Daten ist nicht möglich. Daten können nur dann aus dem Chip ausgelesen werden, wenn der Diensteanbieter – z.B. ein Onlineshop – ein staatliches Zertifikat, das Berechtigungszertifikat, besitzt und wenn Sie als Ausweisinhaber außerdem das Auslesen von Daten durch Eingabe Ihrer PIN ausdrücklich genehmigen.

 



Welche Unterschiede sind bei den Lesegeräten zu beachten?

Grundsätzlich sollten nur vom BSI zertifizierte Kartenlesegeräte verwendet werden. Diese können Sie am aufgedruckten Personalausweis-Logo erkennen. Es gibt drei unterschiedliche Typen kontaktloser Lesegeräte, die mit dem neuen Personalausweis verwendet werden können: Basis-, Standard- und Komfortkartenleser. Um die Online-Ausweisfunktion nutzen zu können, reicht ein so genanntes Basislesegerät aus, bei dem die PIN-Eingabe über den Computer erfolgt. Für die Unterschriftsfunktion ist ein Komfortlesegerät mit eigenem Display und einem separaten Tastaturfeld zur Eingabe der Signatur-PIN nötig. Standardlesegeräte besitzen auch ein integriertes Tastenfeld, können aber nicht für die Unterschriftsfunktion verwendet werden.
Damit bei der Nutzung von Basiskartenlesern die PIN nicht durch eingeschleuste Schadsoftware wie etwa Trojaner ausgespäht oder manipuliert werden kann, sollten Sie darauf achten, Ihren Rechner durch einen Virenscanner und eine Firewall zu schützen und diese Programme ebenso wie das Betriebssystem regelmäßig aktualisieren. Wer unschlüssig ist, ob die Verwendung eines preisgünstigen Basislesegerätes ohne eigene Tastatur sicher genug ist, sollte ein Standard- oder Komfortkartenleser benutzen.

 



Können Personen durch den Chip im Personalausweis geortet werden?

Nein. Im Gegensatz zu einfachen Funkchips, wie sie beispielsweise in Schlüsselkarten oder Skipässen verwendet werden, sendet der neue Personalausweis die auf ihm gespeicherten Informationen nicht an jedes beliebige Lesegerät. Einerseits ist die Entfernung zwischen Lesegerät und Ausweis auf wenige Zentimeter beschränkt. Andererseits – und das ist die wichtigste Neuerung – prüft der Ausweis bevor überhaupt etwas übertragen wird, ob der anfragende Dienst oder die anfragende Behörde dazu berechtigt sind, Daten abzufragen. Falls der Dienst berechtigt ist, müssen Sie das Auslesen Ihrer Daten durch Eingabe Ihrer PIN ausdrücklich genehmigen. Ein unbemerktes Auslesen und demzufolge eine Ortung ist damit nicht möglich.

 



Wer hat Einsicht in die biometrischen Daten (Fingerabdrücke und Lichtbild) auf dem neuen Personalausweis?

Der neue Personalausweis enthält ein digitales Foto und auf Wunsch zwei digitale Fingerabdrücke. Diese so genannten biometrischen Daten dienen ausschließlich den staatlichen Behörden zur sicheren Feststellung Ihrer Identität. Welche Behörden darauf zugreifen dürfen, ist im Gesetz über Personalausweise und den elektronischen Identitätsnachweis festgelegt: Polizeivollzugsbehörden, die Zollverwaltung, die Steuerfahndungsstellen der Länder sowie die Personalausweis-, Pass- und Meldebehörden. Die biometrischen Daten werden nicht per Internet übertragen, sondern können von den staatlichen Behörden nur überprüft werden, wenn der Ausweis auch physisch vorliegt. Dementsprechend kann sich auch kein Unberechtigter über das Internet Zugriff auf diese Informationen verschaffen.

 



Können andere Personen die gespeicherten Daten auf dem neuen Personalausweis verwenden, wenn er zum Beispiel verloren geht?

Ohne die sechsstellige PIN kann die elektronische Identitätsfunktion nicht genutzt werden. Daher sollte der Ausweisinhaber darauf achten, dass als PIN nicht das Geburtsdatum oder eine Nummer ausgewählt wird, die auf dem Personalausweis aufgedruckt ist. Die PIN sollte auch nicht notiert und zusammen mit dem Ausweis aufbewahrt werden.

 



Was passiert mit dem Ausweis, wenn der Chip unlesbar ist, zum Beispiel durch äußere Einflüsse zerstört worden  ist?

In den meisten Fällen wird dabei auch der Ausweis an sich zerstört. Ein gänzlich zerstörter Ausweis verliert seine Gültigkeit, während ein Ausweis, bei dem nur die elektronischen Funktionen eingeschränkt oder vollständig deaktiviert wurden, seine Gültigkeit behält. Sicherheitsmechanismen werden hierdurch nicht beeinträchtigt. Lediglich die elektronischen Funktionen sind nicht mehr nutzbar. Die Verwendung als Sichtausweis unterscheidet sich beim neuen Personalausweis nicht von der des alten.

 



Können Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren die Pseudonym-, Unterschrifts- und Online-Ausweisfunktion ebenfalls nutzen oder gibt es Beschränkungen?

Auf Wunsch kann ein Personalausweis für Kinder bereits ab Geburt ausgestellt werden. Die Ausweispflicht besteht unverändert erst ab 16 Jahren. Diese kann aber auch durch einen Reisepass erfüllt werden. Die Nutzung der Online-Ausweisfunktion ist aus Sicherheitsgründen erst ab einem Alter von 16 Jahren möglich.

 



Wie hoch sind die Anschaffungskosten für den neuen Personalausweis sowie Software und Kartenlesegeräte?

Die Beantragung eines neuen Personalausweises kostet 28,80 Euro. Personen unter 24 Jahren zahlen für einen Ausweis mit 6 Jahren Gültigkeit nur 22,80 Euro. Die detaillierte Gebührentabelle ist auf der Webseite des Bundesministeriums des Innern (BMI) und auf www.personalausweisportal.de einsehbar. Weitere Kosten entstehen für die Anschaffung eines Kartenlesegerätes. Unterschiedliche Kartenleser sind im Handel erhältlich. Die Software für den Bürger zur Nutzung der Online-Ausweisfunktion und der Unterschriftsfunktion ist kostenfrei und für unterschiedliche Betriebssysteme verfügbar.

 



Welche Kriterien muss ein Unternehmen erfüllen, um ein Berechtigungszertifikat zu erhalten?

Bei der Vergabestelle für Berechtigungszertifikate im Bundesverwaltungsamt können Anbieter, die für ihre Dienste Daten aus dem neuen Personalausweis verwenden wollen, die dafür erforderlichen Berechtigungen beantragen. Die staatliche Vergabestelle für Berechtigungszertifikate prüft die Anträge der Diensteanbieter – z.B. Onlineshops – und erteilt die Berechtigungen, wenn alle gesetzlichen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen erfüllt werden. Berechtigungszertifikate werden laut Gesetz nur für legitime Geschäftszwecke ausgegeben. Bei der Beantragung muss der Diensteanbieter daher den Zweck, für den ein Berechtigungszertifikat ausgestellt werden soll, darstellen und den Dienst so beschreiben, dass nachvollziehbar die Notwendigkeit der abzufragenden Daten festgestellt werden kann. Darüber hinaus muss der Diensteanbieter eine Erklärung zu Datenschutz und Datensicherheit vorlegen.

 



Gelten diese Zertifikate nur für die Abfrage bestimmter Informationen oder können damit generell alle Daten abgefragt werden, die auf dem neuen Personalausweis gespeichert sind?

Die Vergabestelle für Berechtigungszertifikate legt genau fest, welche Datenfelder ein Dienst aus dem Personalausweis abfragen darf. Das Berechtigungszertifikat ermöglicht es dem Anbieter nur die Datenfelder aus dem Personalausweis auszulesen, die für den Geschäftszweck benötigt werden. Bei Missbrauch oder Verstößen gegen den Datenschutz, z.B. Weitergabe der Daten an Dritte, können die Berechtigungen zurückgenommen und Bußgelder verhängt werden. Da sich mit dem Berechtigungszertifikat auch der Online-Diensteanbieter Ihnen gegenüber ausweist, wissen Sie als Ausweisinhaber jederzeit, welches Unternehmen auf ihren Personalausweis zugreifen möchte und können den Prozess kontrollieren. Es gilt das Prinzip der gegenseitigen Identifikation.

 



Ist das Zertifikat fälschungssicher?

Das Berechtigungszertifikat ist fälschungssicher nach heutigem Stand der Technik. Die technische Bereitstellung der Berechtigungszertifikate wird durch vertrauenswürdige Berechtigungszertifikateanbieter wahrgenommen, die sicherheitstechnischen Prüfverfahren nach Richtlinien des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) genügen müssen.

 



Woher weiß ich, welche Daten abgefragt werden & Kann ich selbst entscheiden, ob die Daten übermittelt werden?

Die angefragten Daten des Diensteanbieters werden, ebenso wie das Berechtigungszertifikat, durch die AusweisApp angezeigt und müssen vor der Übertragung immer mit der PIN bestätigt werden. Zusätzlich hat der Ausweisinhaber die Möglichkeit, die angefragte Auswahl persönlicher Daten weiter einzuschränken. Der Nutzer entscheidet also selbst, welche Daten übermittelt werden.