ÖFIT auf dem Artlake Festival 2019:

Workshops »Unsere digitale Demokratie« und »Digitale Utopien selber machen!« auf dem Artlake Festival

Berlin, 19.09.2019: Beim Artlake Festival am Bergheider See in Brandenburg sammelten sich vom 8.-11. August Musiker:innen, Kunstschaffende, kreative Seelen, Utopist:innen und Aktivist:innen um zu diskutieren, voneinander zu lernen und gemeinsam zu feiern. ÖFIT war mit zwei Workshops dabei:

»Wie könnte Demokratie mit digitalen Mitteln weitergedacht werden?«

Im Workshop »Unsere digitale Demokratie« setzten sich die Teilnehmenden unter der Anleitung von Karoline Krenn und Simon Hunt mit der Frage auseinander, wie sich die Digitalisierung auf die verschiedenen demokratischen Akteure auswirkt und von diesen genutzt wird. Dabei überwiegten kritische Perspektiven auf Filterblasen, Polarisierungstendenzen und Hatespeech.

Als Chance der Digitalisierung identifizierten die Teilnehmenden für Politiker:innen mehr Transparenz ihrer politischen Arbeit und Positionen. Der Workshop schloss daher hoffnungsvoll ambivalent: Die Digitalisierung ist nicht Ursache, aber wohl Verstärker einer aktuellen allgemeinen Krise der Demokratie. Gleichzeitig birgt die Digitalisierung Möglichkeiten, diese Krise zu überwinden.

»Digitale Hippie-Kommune oder autoritärer Cyber-Kapitalismus? Wie sieht Deine digitale Utopie aus?«

Im zweiten Workshop entwickelten die Teilnehmer:innen moderiert von Ines Hölscher und Basanta Thapa in Kleingruppen digitale Utopien mithilfe der Szenario-Methode. Dazu zogen die Gruppen zufällig die Eigenschaften ihrer digitalen Utopien: Ist die Wirtschaft als freier Markt, genossenschaftlich oder als Planwirtschaft organisiert? Sind digitale Technologien durch eine Open-Source- und Do-it-yourself-Mentalität geprägt, oder von wenigen Großkonzernen dominiert? Aus diesen Eigenschaften entwickelten die Kleingruppen ein gemeinsames Verständnis von ihrer »Welt der Zukunft«. Wie lebt es sich in dieser Welt? Was sind die wichtigsten Werte?

Auf diese Weise wurden diverse Utopien entwickelt – von den »Decentralized Conscious Communities«, einem anarchistischen Netzwerk von vielfältigen, jeweils in ihren Werten homogenen Gemeinschaften, bis zu »Modern SIGN«, einer Welt der Individualisten getreu dem Motto »Wenn jeder für sich selbst sorgt, ist für alle gesorgt«.

Die Teilnehmer:innen schien dabei insbesondere zu interessieren, in welchen Gesellschaftsformen und -strukturen wir in Zukunft leben werden. Funktionieren homogene kommunenartige Strukturen vielleicht besser als diverse Gesellschaften, in denen jedes Mitglied seine individuellen Bedürfnisse an erster Stelle sieht? Die Frage der Technologie war dabei meist zweitrangig.

Das Artlake Festival wird uns in guter Erinnerung bleiben – dank der offenen Diskussionskultur und den jungen, engagierten Teilnehmer:innen.

Eindrücke der Veranstaltung


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