Mit KI regieren – Vier Maßnahmen zum Aufbau einer transformativen und resilienten öffentlichen Verwaltung

Künstliche Intelligenz zieht rasant in die öffentliche Verwaltung ein – von Chatbots bis zu Systemen, die Investitionen planen oder politische Konsultationen auswerten. Der Policy Brief »Mit KI regieren« warnt jedoch: Ohne institutionelle Neugestaltung, ausreichende Kapazitäten und klare Governance droht KI, bürokratische Fehlfunktionen, Ungleichheiten und Intransparenz zu verfestigen – nur schneller und schwerer korrigierbar.

Statt technikgetriebenen Leuchtturmprojekten fordert der Text problemorientierte, bottom‑up entwickelte Anwendungen. Ausgangspunkt sind konkrete Bedürfnisse von Bürger:innen und Mitarbeitenden: Wo lassen sich Entscheidungen beschleunigen, Abläufe vereinfachen, Koordination und Gerechtigkeit verbessern? Prozesse sollen erst neu gestaltet und mit gesellschaftlichen Werten in Einklang gebracht werden, bevor sie automatisiert werden – idealerweise über kleine Pilotprojekte, die konsequent ausgewertet und nur bei nachweislichem Nutzen skaliert werden.

Damit KI zum Hebel für bessere Verwaltung wird, müssen Regierungen ihre institutionelle Basis stärken: durch breite Weiterbildung, ein crossfunktionales KI‑Support‑Team, das Projekte über den gesamten Lebenszyklus begleitet, und durch internationale Zusammenarbeit, kollektive Beschaffung und offene Infrastrukturen, die Machtasymmetrien gegenüber großen Anbietern ausgleichen.

Vertrauen entsteht schließlich durch einen »Trust Stack«: Transparente KI‑Register und Folgenabschätzungen, wirksame Beschwerde‑ und Rechtswege sowie unabhängige Aufsichtsgremien. KI verstärkt, was vorhanden ist – ob sie zum Problemverstärker oder zum Motor einer resilienten, bürgernahen Verwaltung wird, entscheiden Politik und Governance.