Outcomeorientierte Staatsmodernisierung: Hebel im Betriebssystem der Verwaltung

Die Studie untersucht, mit welchen Stellschrauben im System von Staat und Verwaltung dessen Wirksamkeit erhöht werden kann. Nicht Abriss und Neubau der Verwaltung stehen im Vordergrund, sondern das gezielte Drehen an internen Hebeln: Regeln, Verfahren und Routinen. Sie sollen so verändert werden, dass die öffentliche Verwaltung stärker auf gesellschaftliche Problemlösung hin orientiert wird.

Ausgangslage: Verwaltung unter Dauerstress

Externe Krisen, Fachkräftemangel, wachsende Anforderungen und eine starke Input-Orientierung (Gesetze, Haushalts- und Stellentitel) führen zu:

  • fragmentierten Zuständigkeiten und Prozessen,
  • starker Orientierung an Compliance bei geringerer Ausrichtung auf Problemlösungen,
  • wachsender Diskrepanz zwischen Aufwand in der Verwaltung und wahrgenommener Wirkung bei Bürger:innen und Unternehmen.

Die Studie argumentiert: Diese als Überforderung wahrgenommenen Phänomene sind nicht nur Probleme im Vollzug, sondern auch systembedingt.

Von der Input- zur Outcome-Orientierung

Ein zentraler Ausgangspunkt ist, Verwaltungshandeln konsequent am Outcome auszurichten, also an den mittelfristigen Veränderungen bei den Zielgruppen. Dafür wird das IOOI-Modell genutzt: Impact ist politisch wichtig, aber schwer messbar, während Output leicht messbar ist, aber kaum Aussagen über Wirkungen ermöglicht. Die Orientierung am Outcome kann hier den Ausweg bieten: anspruchsvoll genug, um Wirkung in den Blick zu nehmen, aber mit vertretbarem Aufwand messbar.

Vier Dimensionen

Die Impulse des Papiers werden an vier Dimensionen strukturiert: Ressourcen, Aufgaben und Prozesse, Ergebnisse und Umwelt der Verwaltung. Die Darstellung der Dimensionen beginnt mit einer Bestandsaufnahme, führt Impulse zur Staatsmodernisierung auf und plausibilisiert die praktische Anwendbarkeit anhand von Praxisbeispielen.

Verortung der Überlegungen

Die Studie behandelt keinen »großen Wurf« wie eine umfassende Föderalismusreform, sondern zeigt inkrementelle, anschlussfähige Maßnahmen, die ohne große Gesetzesänderungen umsetzbar sind und in der Praxis bereits erprobt wurden. Ein zentrales Argument ist dabei, dass andere Reformansätze erst dann wirklich greifen können, wenn die Hebel am „Betriebssystem“ der Verwaltung richtig eingestellt sind. Wer verstehen will, wie sich Verwaltung von einer primär inputgesteuerten Organisation hin zu einem ergebnisorientierten Problemlöser entwickeln kann und welche konkreten Stellschrauben es dafür gibt, findet in diesem Papier eine kompakte, systematische Orientierung.

Titelseite der Publikation Outcomeorientierte Staatsmodernisierung: Hebel im Betriebssystem der Verwaltung
Dall-E 3

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