Trendschau

Zukünftige Anwendungsfelder für 5G
Die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) geht in die Testphase. Mitte Oktober 2017 ging im Berliner Stadtgebiet in einem Mini-Mobilfunknetz aus vier Funkzellen eine erste Übertragung mit 2 GBit/s in Betrieb. Dieser Test noch vor Abschluss der 5G-Standardisierung demonstriert den Entwicklungsstand eines Mobilfunkausrüsters und die Absicht eines Mobilfunkanbieters zum frühzeitigen Angebot von 5G. Dazu passt die Meldung eines konkurrierenden Mobilfunkanbieters, der seinen Kunden Gigabit-Datenraten auf demnächst erscheinenden Smartphones über die schon bestehenden LTE-Netze der vierten Mobilfunkgeneration anbieten will. Höchste Zeit also, sich mit 5G zu beschäftigen.

Autonome Verwaltungsverfahren
Autonome Systeme prägen die Digitalisierung von morgen. Erste Auswirkungen sind bereits zu spüren: Die ersten autonom fahrenden Autos werden getestet und in der Industrie entscheiden Maschinen über den nächsten Produktionsschritt. Doch lässt sich dieser Autonomisierungstrend auch auf Verwaltungen übertragen? Entscheiden zukünftig autonome Systeme über BAföG- und Kindergeldanträge?

Plattformökonomie
Plattformen verkörpern derzeit zahlreiche Versprechen der Digitalisierung: Die leichte Auffindbarkeit von Informationen, Waren, Dienstleistungen und Kommunikationspartnern unter einer einheitlichen Oberfläche schafft ein komfortables und vertrautes Umfeld. Transaktionskosteneinsparungen und Komfortgewinne fallen so groß aus, dass stetig expandierende digitale Plattformen zunehmend als Bedrohung für den Innovationswettbewerb und eine offene Gesellschaft wahrgenommen werden. Dabei haben Monopolisierungstendenzen und staatliche Gegenmaßnahmen nicht nur in der Digitalwirtschaft eine lange, wechselvolle Geschichte.

Daten-Philanthrop
Sich zum Wohle der Allgemeinheit einzusetzen, ist auf vielen Wegen möglich. Der Einsatz von Geld und Zeit beispielsweise in Form eines Ehrenamtes ist dabei klassisch. In der digitalen Welt dreht sich alles um Daten. Das meint nicht nur die Daten, die Menschen etwa in sozialen Netzwerken freiwillig preisgeben, sondern auch Sensordaten, von denen in der vernetzten Welt der Zukunft immer mehr entstehen. Wenn Daten in der digitalen Welt immer wertvoller werden, kann der Einzelne dann nicht auch mit einer Datenspende zum Wohle der Allgemeinheit beitragen? Der Daten-Philanthrop bejaht dies gerade im internationalen Kontext vehement.

Ambient World
Ambient World lässt sich in Anlehnung an aktuelle Begriffskonjunkturen als Smartifizierung des Alltags verstehen. Ambient Assisted Living (AAL) ist hiervon ein Bereich, an dem sich die Ausprägungen und Wirkungen konkret aufzeigen lassen. Bei AAL regulieren, kontrollieren und automatisieren vernetzte und in Teilen autonome Geräteinstallationen aus Sensoren, Aktuatoren und Computern situationsbedingt Aspekte der heimischen Lebenswelt. Solche Systeme haben das Potenzial, Komfort und Sicherheit zu steigern und Inklusion zu fördern. Visionen einer starken, technischen Unterstützung des Alltags können jedoch zugleich Befürchtungen hinsichtlich vollständiger Kontrolle und Fremdbestimmung bei gleichzeitiger sozialer Vereinsamung wecken.

Digitale Unversehrtheit
Körperliche Unversehrtheit ist die Voraussetzung für den Zusammenhalt eines jeden Gemeinwesens. Im Digitalen erscheint diese Sicht weit weniger selbstverständlich. Neue Qualitäten von Identitätsdiebstahl und Cybermobbing wirken wie Auswüchse einer digitalisierten Gesellschaft, die ihr Wertegerüst noch nicht abschließend gebaut hat. Die öffentliche Hand ist diesem Aufbau nicht immer förderlich, wenn beispielsweise ihre Datenbegehrlichkeiten als unverhältnismäßig angesehen werden. Digitale Unversehrtheit bedarf einer allgemeinen Ethik für den zwischenmenschlichen Umgang im digitalen öffentlichen Raum. Dies erfordert einen gesellschaftlichen Diskurs.

Digitaler Nachlass
Je mehr Teile des Lebens digitalisiert werden, desto drängender stellt sich die Frage, wie nach dem Ableben mit den persönlichen Daten umgegangen werden soll. Das Thema betrifft jeden; nicht nur den Datenproduzenten, sondern auch andere Vorhalter solcher Daten respektive Personen, die diese Daten benötigen – von den Erben über Sozialversicherungen bis hin zu Kommunikationspartnern im virtuellen Raum.

Blockchain
Die Blockchain gilt als neuer Stern am Himmel der IT-Szene. Bekannt vor allem als Grundlage der Kryptowährung Bitcoin, wird ihr das Potenzial zugesprochen, ganze Wirtschaftszweige zu verändern: Klassische Banken sollen durch die Blockchain- Technologie ersetzt und smarte Verträge darüber abgewickelt werden können. Eine komplexe Technologie, die völlig ohne zentrale Instanzen auskommen will, verspricht neue Freiheiten und Transparenz. Doch wie funktioniert die Blockchain? Handelt es sich wirklich um einen Mechanismus, der die Gesellschaft nachhaltig verändern wird – oder doch nur um eine verteilte Datenbank, wie es sie schon lange gibt?

Indoor-Navigation
Navigationshilfen haben längst den Alltag vieler Menschen erobert. Außerhalb von Gebäuden kommt dabei die Satellitennavigation zum Einsatz. Innerhalb von Gebäuden und in dicht bebauten Gebieten stößt diese jedoch an technische Grenzen, weil Decken und Wände die Satellitensignale verfälschen. Eine Vielzahl von Unternehmen entwickelt deshalb Lösungen, um den Wachstumsmarkt der Positionsbestimmung in Innenräumen und damit verbunden der Indoor-Navigation zu erobern. Während sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten abzeichnen, gibt es dabei auch datenschutzrechtliche Bedenken: Wie werden Anbieter mit den kleinräumigen Daten zum Nutzerverhalten umgehen?
