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ThemenRadar 2021: Digitaltrends aus der Homeoffice-Perspektive

Download der ausführlichen Auswertung:   ThemenRadar 2021

Themen werden zahlreiche gesetzt, wenn es um die Digitalisierung von Staat und Verwaltung geht. Doch nicht jedes Trendthema bestimmt heute oder morgen die Verwaltungsarbeit in Bund, Ländern und Kommunen. Deshalb hat das Kompetenzzentrum Öffentliche IT zusammen mit dem Behördenspiegel und Fraunhofer FOKUS in Jahr 2021 zum zweiten Mal die Teilnehmenden des Digitalen Staat um ihre Einschätzung von gebeten. 19 Themen konnten hinsichtlich gegenwärtiger und zukünftiger Bedeutung sowie der mit ihnen verbundenen Chancen und Risiken bewertet werden. So lassen sich auch Verschiebungen zum Jahr zuvor aufzeigen.

IT-Sicherheit, Prozessdesign und -optimierung, E-Akte, behördenübergreifende Zusammenarbeit und – wie könnte es vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie anders sein – neue Arbeitsformen führen auch im Jahr 2021 die Liste der wichtigsten Digitalthemen in der öffentlichen Verwaltung an. Absehbar werden diese »Langläufer« auch die kommenden Jahre ihre überragende Bedeutung behalten. Als neues Langläuferthema konnte sich nunmehr auch Datenmanagement etablieren, das ein Jahr zuvor noch als »Durchstarter« eingeschätzt wurde.

Als weiterhin durchstartende Themen haben sich Datenstrategien und Open Data, Nachhaltigkeit, digitale Verwaltungszugänge und Verfahrensautomatisierung gehalten. Hier neu hinzugekommen sind die vormaligen »Zukunftsoptionen« digitale Souveränität und Cloud. Noch nicht den Sprung zum Durchstarter geschafft haben die Zukunftsoptionen künstliche Intelligenz und eID.

Auffallend sind teils deutliche Abweichungen in den Einschätzungen zwischen den föderalen Ebenen. Die datenbezogenen Themen künstliche Intelligenz, Verfahrensautomatisierung und Datenmanagement spannen hier ein weites Spektrum auf. Während Bedeutung und erwartete Bedeutungsveränderung beim Thema Verfahrensautomatisierung kaum zwischen den föderalen Ebenen variieren, schätzen Bundesbedienstete künstliche Intelligenz als weitaus bedeutsamer heute und zukünftig ein, als ihre Kolleg:innen in den Kommunen, die wiederum eine höhere Bedeutung konstatieren als ihre Kolleg:innen in den Ländern. Beim Thema Datenmanagement zeigt sich ein ähnliches Bild bei insgesamt deutlich geringeren Abweichungen.

Beim Blick von außen erscheinen bei insgesamt ähnlichen Ergebnissen etliche Themen als weniger relevant für die öffentlichen Verwaltungen. Ausnahmen sind hier die Themen Robotic Process Automation, eID und Low Code, denen die Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft eine höhere Verwaltungsrelevanz zuschreiben.

Bei der Bewertung von Chancen und Risiken fällt über alle Trendthemen auf, dass kommunale Vertreter:innen mit einem besonders starken Chancen-Fokus auf die Entwicklungen blicken. Nicht nur bei Themen, die für ihren Zuständigkeitsbereich besonders bedeutsam sein könnten wie Internet der Dinge und Echtzeitinformationen, auch bei den strategischen Themen wie Datenstrategien, Nachhaltigkeit und digitale Souveränität sehen sie mehr Chancen als ihre Kolleg:innen in Land und Bund.

Neben den Ergebnissen zu den digitalen Trendthemen, die sich detailliert hier abrufen lassen, umfasst der Themenradar auch einige Fragen zur Veränderung der Arbeit. Corona hat hier zu massiven Veränderungen geführt, die sich nun auch in veränderten Erwartungen ausdrücken. So hat sich der Anteil der projektbezogenen oder agilen Arbeitsweise für die Hälfte der Befragten aus dem öffentlichen Dienst erhöht oder gar stark erhöht. Mehr als zwei Drittel wünschen sich vor dem Hintergrund der Corona-Erfahrungen, auch zukünftig mindestens zwei Tage im Homeoffice – also: mobil – zu arbeiten, ein Sechstel möchte mehr als vier Tage außerhalb des Büros arbeiten. Ähnlich viele erwarten dabei, dass auch zukünftig Homeoffice in diesem Maße möglich sein wird. Auf individueller Ebene zeigt sich allerdings, dass Wunsch und Erwartung mitunter deutlich auseinanderfallen.

Wie angesichts der Umwälzungen sich Führung verändern muss, dazu bieten die Antworten der Befragten bereits erste Eindrücke. Vertrauensvoll, offen und auf Augenhöhe haben die Befragten die Führung auf Distanz empfunden. Aber auch Stillstand, chaotische Führung und erhöhter Koordinierungsaufwand wurden als typisch für den Führungsstil während Corona genannt. Die Bewertungssysteme für die Arbeitsleistungen zeigen ebenfalls erste Anpassungen an das neue Arbeiten. Während Zeiterfassung immer noch als wichtigster Maßstab für die Erfassung der Arbeitsleistung dient, kommen Berichte und Zielvereinbarungen ebenfalls bei einer Vielzahl der Befragten zum Einsatz.

Die Ergebnisse beruhen auf 197 auswertbaren Antworten aus allen föderalen Ebenen und aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Die Dienstzeiten variieren ebenso wie die Leitungsverantwortung mit und ohne Personalverantwortung. Die große Mehrheit der Befragten bewertet dabei die Offenheit der eigenen Organisation für Veränderungen als sehr ausgeprägt. Ebenso viele sehen sich selbst als starke oder sehr starke Treibende der organisationalen Veränderungen. Umso wichtiger ist es, ihnen eine Einschätzung von Relevanz und Chancen einzelner Themen zur Verfügung zu stellen.

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Wir führen in unregelmäßigen Abständen Befragungen zu aktuellen Digitalthemen durch. Hier finden Sie die Auswertungen und Ergebnisse dazu.

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