KI gestalten

Die Ergebnisse im Einzelnen

Künstliche Intelligenz zum Nutzen aller gestalten

Künstliche Intelligenz (KI) in Form von Algorithmen für Chatbots, Roboter oder Automatisierung von Produktions- und Entscheidungsabläufen prägt wie kaum ein anderes Thema die gesellschaftliche Diskussion. Hoffnungen auf Komfortgewinne, autonome Fahrzeuge und Fortschritte in der Medizin einerseits und Schreckensszenarien von Massenarbeitslosigkeit und Diskriminierung andererseits liegen dabei eng beieinander. Wie aber bewerten die Bürger*innen KI? Wie schätzen sie den Nutzen automatisiert getroffener Entscheidungen ein und was erwarten sie von der Politik? Antworten liefert eine repräsentative Bevölkerungsumfrage.

KI ist längst Alltag

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat bereits Erfahrung mit künstlicher Intelligenz gemacht – sei es als Sprachassistent, automatisches Übersetzungsprogramm oder als Chatbot. Die große Mehrheit bewertet diese Erfahrung durchaus positiv.

KI – Fluch oder Segen?

Insgesamt sehen 46 % der Bürger*innen KI als Bereicherung an. Die Gründe sind vielfältig. Von Arbeitserleichterungen über Erleichterungen im Alltag, Stärkung der Wirtschaft und Effizienzgewinne, Unterstützung durch Assistenzsysteme, Entlastung im Smart Home durch intelligente Kühlschränke oder Überwachungskameras bis hin zum intelligenten Fahren durch Fahrassistenzsysteme und Einparkhilfen und Verbesserungen im Gesundheitswesen und in der Pflege reichen die Nennungen.

Trotzdem sieht mehr als jeder Fünfte KI als Bedrohung. Als Gründe werden besonders häufig Arbeitsplatzverlust, Sicherheitsrisiken und Fehleranfälligkeit sowie ein unzureichender gesetzlicher Rahmen genannt, aber auch ethische und Haftungsfragen spielen eine Rolle. Immerhin fast ein Drittel der Bevölkerung steht KI noch unentschlossen gegenüber.

KI entscheidet nicht besser als der Mensch

Die Meinungen über die Qualität automatisiert getroffener Entscheidungen sind zwiespältig. Eine knappe Mehrheit hält automatisierte Entscheidungen für neutral und objektiv. Nur ein Drittel glaubt allerdings, dass automatisierte Entscheidungen gerechter sind als von Menschen getroffene, für diskriminierender werden sie von der Mehrheit jedoch auch nicht gehalten.

Jetzt ist die Politik gefordert!

KI wird zugetraut, auf mittlere Sicht das Leben jedes Einzelnen zu beeinflussen. Acht von zehn Befragten erwarten, dass sich durch KI in den nächsten zehn Jahren in ihrem Alltag viel verändern wird. Umso wichtiger sind die klar formulierten Forderungen an die Politik.

Jeweils mehr als neun von zehn Befragten fordern:

  • eine klare Kennzeichnungspflicht automatisiert erstellter Entscheidungen und Inhalte,
  • eine unabhängige Kontrollinstanz,
  • Intervenierbarkeit und Offenlegungspflichten bei automatisiert getroffenen Entscheidungen,
  • Unabhängigkeit staatlicher Institutionen von einzelnen kommerziellen Anbietern,
  • dass der Staat jetzt Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI schaffen muss.

Datenschutz bleibt wichtig

Beim Zugang zu Daten machen die Befragten eine klare Differenzierung. Während rund zwei Drittel den Staat in der Pflicht sehen dafür zu sorgen, dass alle Zugang zu geeigneten Daten für die Entwicklung eigener KI-Anwendungen bekommen, möchte die breite Mehrheit Bürgerdaten davon ausgenommen wissen – selbst wenn öffentliche Aufgaben dadurch effizienter erfüllt werden könnten.

Wir geben in unregelmäßigen Abständen repräsentative Bevölkerungsumfragen zu aktuellen gesellschaftsrelevanten digitalen Themenfeldern in Auftrag. Hier finden Sie die Auswertungen und Ergebnisse dazu.

Die Ergebnisse und Grafiken stehen unter cc-by Lizenz. Sie können sie unter Nennung der Quelle nutzen und weiterverbreiten.

Weitere Auswertungen und Ergebnisse werden in den kommenden Wochen an dieser Stelle sowie auf Twitter @OeffentlicheIT sukzessive veröffentlicht.

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